Haltung Rolfing - Faszien ein Organ für Haltung

Rolfing - Faszien-Therapie

Rolfing  ist die älteste Faszien-Therapie, die in den 60er Jahren in Amerika von Dr. Ida Rolf entwicklet wurde. Für Dr. Ida Rolf war die Veränderung von Faszienspannungen nicht eine unter vielen Optionen, sondern die entscheidende Heransgehensweise.

Faszien - Organ der Haltung

Faszien umhüllen nicht nur alle Muskeln, Organe und Nerven, sie unterteilen diese auch immer feiner in funktionale Strukturen. Damit bilden Faszien ein derart feimaschiges Netz, wie wir es sonst nur noch vom Nervensystem und unserer Blutversorgung her kennen. Aufgrund dieser feinen Verästelung einerseits und groben Unterteilung andererseits verstand Dr. Ida Rolf dieses Fasziensystem als "Organ der Haltung", das über die "richtige" Spannung allumfassend die Struktur und Haltung unseres Körpers bestimmt. 

Rolfing verändert die Spannungen in diesem feinmaschigen Fasziensystem und kann darüber Haltung und Bewegungsmuster verändern, die oft wiederum mit Schmerzen in Zusammenhang stehen. Somit kann Rolfing einen positiven Einfluss auf folgenden Ablauf haben:

  • Haltung
  • Verspannung
  • Bewegungseinschränkung
  • Schmerzen

Damit ist offensichtlich, dass dies ein System aus komplexen Wechselwirkungen ist. Schmerzen werden ihrerseits natürlich unsere Haltung, Verspannungen und Bewegungsmuster verändern.

Die beiden oben abgebildeten Männer leben von ihrer Haltung her in unterschiedlichen Welten und beide Welten bringen unterschiedliche Beschränkungen mit sich.

Haltung

In unserer Haltung spiegelt sich unser Lebenslauf wieder und es ist unser Fasziensystem, dass dieser Haltung eine Struktur gibt. Zwar können wir kurzfristig eine andere Haltung einnehmen, Ermahnungen wie: "Sitz gerade bei Tisch!", "Stehen Sie gerade, Mann!" halten jedoch nicht lange vor.  Bald befinden wir uns wieder dort, wo wir zuhause sind - in unserer Haltung.

Rolfing als Fazien-Therapie versucht Beziehungen im Körper zu verändern, um

  • Aufrichtung entlang der Senkrechten
  • Aufrichtung mit weniger "Haltearbeit"

zu erreichen.

 

Verspannung

Verspannungen sind wie die Takelage auf einem Segelschiff, sie halten den Mast aufrecht bzw. geben uns unsere Aufrichtung und Haltung. D.h. wir können nicht einfach nur die Verspannungen irgendwie auflösen, sondern müssen systematisch und in kleinen Schritten ein zuviel an Spannung etwas herunterfahren, damit bisher brach liegende Bereiche "aufwachen" und ihren Beitrag an Spannung leisten. 

Ein Beispiel: Verspannung im oberen Rücken kompensieren oft eine zu große Spannung im Brust-oder Bauchraum, z.B. durch Training oder Schönheitsideale. (Mit anderen Worten - wir wollen keinen Bauch zeigen oder das Bauch-Beine-Po Trainingsprogramm zeigt seine Wirkung.)  Eine Entspannung im Rücken ist zwar vordergründig wohltuend, wird aber leider nicht von Dauer sein. Denn wir brauchen diese hohe Spannug im Rücken, um nicht zu stark nach vorne zu fallen. Es ist, als würde ein Mast durch zu starke Seile zu sehr zum Schiffsbug gezogen, so dass dieser übermäßige Zug durch einen ebenso starken Zug um Heck ausgeglichen werden muss, um den Mast einigermaßen aufrecht zu halten.

Rofing als Faszien-Therapie setzt hier an, indem Spannungen in unterschiedlichen Tiefen aufgespürt und schrittweise reduziert werden.

 

 

Ausrichtung

Mit dieser Ausrichtung beim Gehen sind Knieprobleme vorprogrammiert: Solang der Mann liest, ist die Haltung erstaunlich aufrecht, sie verlagert sich jedoch beim zügigen Gehen nach hinten. D.h. je nach Orientierung - lesend nach unten // zügig gehend nach vorne - organisiert sich dieser Herr ganz unterschiedlich um seine Schwerkraftlinie (senkrechte Mittellinie). Haltung ist also nicht etwas statisches, das sich aufgrund unserer Gewebespannung einstellt, sondern wird auch durch unsere Ausrichtung im Raum bestimmt. Rolfing hat eigene Konzepte, wie wir unsere Ausrichtung im Raum organisieren und damit Bewegungsmöglichkeiten vorbestimmen.
 

Bewegung

Die Basis unserer Bewegungen: Atmen und Gehen.

  • Erlaubt unser Körper eine freie Atmung?
  • Können wir unbeschwert gehen?
  • Landet unser Fuß hart oder weich auf dem Boden?
  • Unterstützen uns unsere Fuß- und Hüftgelenke beim Gehen?

Das Ziel ist es, diese Basisbewegungen effizienter zu gestalten. Jeder Sportler versucht die Verluste durch unökonomische Verspannungen zu reduzieren.  Und hier setzt Rolfing an. Faszien werden nicht nur beweglicher und reaktionsfähiger, sondern diese möglichen Freiheitsgrade werden auch durch Wahrmenungs- und Bewegungsübungen in den Alltag übernommen.

 

Altern

Der Altern ist der nachhaltigste Einfluss auf unser Fasziensystem. Dabei ist es nicht nur die sich ändernde Zusammensetzung unseres Bindegewebes, es sind auch negativen Einflüsse wie Unfälle, Operationen, Schmerzen, Trauer, die sich in unseren Fascien "ansammeln" bzw.  niederschlagen.

Rolfing - Instandhaltung und Pflege unseres Fasziensystems

Auch wenn Rolfing leider kein Anti-Aging versprechen kann, so ist es doch gerade im Alter wichtig, sich aktiv um die eigene Körperstruktur zu kümmern. Dementsprechend setzt sich Rolfing mit den Effekten des Alterns auseinander und sucht neue Möglichkeiten, unseren Körper zu bewegen, Schmerzen herunterfahren, Haltungskompensationen zu erkennen und zu verändern.

Im Englischen spricht man von "maintenance", etwas was wir für unseren Körper selbst zu selten in Anspruch nehmen. Wir kennen zwar die Reparatur, d.h. die medizinischen Behandlung, eine Selbst-Pflege jenseit von Schönheit gönnen wir uns selbst zu selten.